JOHANNES GRÄBNER

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Johaness Gräber: Jede Form von Kunst, auch performative Kunst, Musik oder Literatur muss gemacht werden, um rezipiert werden zu können. Foto: Kai Oppel

Erweiterter Kunstbegriff trifft Können und Denken

Johannes Gräbner mag jung sein, aber er ist kein junger Mann der unbedachten Worte. Für den gebürtigen Thüringer Kunst zwischen aller Theorie und Praxis vor allem auch alltägliches Gut. Allerdings keines, das auf Oberfläche zu reduzieren wäre. In unserer Ausstellung zeigt er vier Arbeiten. Wir haben ihn dazu befragt.

Natur ist für Dich?

…ein vager Begriff.

Was bedeutet für Dich Kunst?

Für mich ist Kunst ein alltägliches Gut.

Was möchtest Du mit Kunst generell ausdrücken?

In erster Linie möchte ich nicht etwas ausdrücken, sondern etwas machen. Wenn ich es schaffe, dabei ehrlich zu mir zu sein, bekommt mein Schaffen auch einen Ausdruck.

Wer oder was beeinflusst Dich in Deinem Schaffen?

Menschen, die Würde ausstrahlen, die mir nahestehen und zu denen ich aufsehe, Orte und alltägliche Dinge, die durch menschliches Handeln oder durch menschliche Überzeugungen aufgeladen scheinen, Musik und natürlich Kunst selbst.

Was zeichnet Dich als Künstler aus?

Dass ich Kunst mache.

Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit in Deinem Schaffen?

Ich bin stets versucht, keine Wegwerfprodukte zu produzieren.

Welche Materialien verwendest Du bevorzugt für Deine Arbeiten?

Meist recht traditionelles Künstlermaterial, Papiere, Leinwand, Bleistift, Kohle, häufig Öl- aber auch Acrylfarbe oder Tempera, ab und zu Materialien wie Zucker, Haare, Erde, Bitumen und Fundsachen.

Wie wichtig ist für Dein Schaffen handwerkliches Können?

Jede Form von Kunst, auch performative Kunst, Musik oder Literatur muss gemacht werden, um rezipiert werden zu können. Handwerkliches Können befähigt dazu, die künstlerische Intension zu transportieren, ist darum notwendige Bedingung für die künstlerische Arbeit aber kein Selbstzweck. In der Malerei wird handwerkliches Können oft mit naturalistischem Darstellungsvermögen gleichgesetzt. Diese Gleichsetzung ist falsch. Jede ernstzunehmende Malerin und jeder ernstzunehmende Maler versteht das eigene Handwerk, forscht und arbeitet an seinen Techniken, ganz gleich in welchen Genres.

Was bedeutet Dir Erfurt?

Erfurt liegt in Thüringen.

Was möchtest Du mit Deinen Arbeiten erreichen?

Ich möchte die angefangenen Bilder gut zu Ende bringen, um Platz für die nächsten zu haben. Wenn ein paar Menschen an ihnen in sich gehen und sich auf eine leicht neue Weise wiederfinden, bin ich zufrieden.

Der erfolgreichste Moment in Deinem Schaffen?

Als ein Portrait dazu beigetragen hat, dass ein Modell den Respekt vor sich selbst zurückgewann.

Beschreibe Deine Ausstellungsstücke in je maximal 3 Sätzen.

Bitte einfach ansehen!